Porsche

Kunde-Kunde-Prozess

Der schlanke Kunde-Kunde-Prozess (KKP)

Perfektion entsteht nicht durch Hinzufügen, sondern durch Weglassen.
Dies gilt für Sportwagen - und einen schlanken Kunde-Kunde-Prozess (KKP).

Wie ein Kunde-Kunde-Prozess unserem Selbstverständnis nach sein sollte? Genau wie ein Unternehmen: schlank. Nur so kann höchste Flexibilität gegenüber dem Verbraucher bei gleichzeitig rascher Zielerreichung gewährleistet werden.

Angestrebte Ziele sind dabei hohe Qualität, bestmöglicher Lieferservice bei optimalen Kosten. Das ist aber noch nicht alles. Auch die Motivation der Mitarbeiter ist von entscheidender Bedeutung. Schließlich erreicht man all die vorher erwähnten Ziele nur durch ihr Engagement.

Wichtig ist die ganzheitliche Betrachtung des Wertschöpfungsprozesses. Dass das Objekt der Wertschöpfung – in der Regel ein Produkt oder eine Dienstleistung – exakt den Kundenanforderungen entsprechen sollte, versteht sich hierbei von selbst. Vom Endkunden nicht gewünschte Qualität, sei sie zu niedrig oder zu hoch, ist zu vermeiden. Lange Durchlaufszeiten ebenfalls.

Wo jedoch entsteht tatsächlich Wertschöpfung? Hier ist die harte Betrachtungsweise durch die Muda-Brille gefragt. Denn der japanische Begriff Muda bedeutet Verschwendung. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen offensichtlicher und verdeckter Verschwendung. Offensichtliche Verschwendung ist bis auf Null zu reduzieren. Verdeckte Verschwendung (z. B. umständliche Prozesse, übertriebene Prüfmaßnahmen) hingegen muss unter gegebenen Umständen akzeptiert werden, ist jedoch generell auf ein Minimum zu reduzieren.

Hilfreich zur besseren Betrachtung des Wertschöpfungsprozesses ist die Trennung von Material- und Informationsfluss. Sowohl Material als auch Information entsprechen im Idealfall den 5 R: das richtige Teil in der richtigen Menge in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Gesteuert werden sollte das Ganze einmal aus Kunden- sowie aus Verbrauchersicht. Die Kundensicht umfasst hierbei neben den externen Kunden (Lieferant, externer Transport) auch den internen Kunden. Letzterer umfasst je nach Blickwinkel neben Handel/Vertrieb, Planung/Steuerung, Disposition/Einkauf, Wareneingang, Lager, Materialbereitstellung, Produktion auch den Versand. Mit anderen Worten: Der Kunde ist grundsätzlich immer der nachfolgende Prozess. Angestrebt wird ein möglichst ideales Zusammenspiel von internen und externen Kunden. Kurz: durch Synchronisation. Und durch Perfektion.

Das Ideal der 5 R mündet in die Just-in-Time-Prinzipien, die den Idealzustand operationalisieren. Beim Fließ-Prinzip handelt es sich um einen Ein-Stück-Fluss in ausgerichteten Prozessketten, beim Takt-Prinzip um die harmonische Verteilung der Arbeitsinhalte innerhalb eines definierten Kundentaktes. Das Zieh-Prinzip bedeutet, dass der nachgelagerte Prozess stets ziehen muss bzw. dass nur nach Verbrauch wieder beliefert wird. Mit einfachen Worten ausgedrückt: „Ist etwas weg, muss etwas hin.“ Apropos einfache Lösungen: die waren schon immer unsere Stärke. 

Und hierzu zählt auch das Null-Fehler-Prinzip. Einfach – aber ausgesprochen wirkungsvoll. Dreierlei sollte vermieden werden: Erstens sollen keine Fehler angenommen werden, zweitens keine gemacht und drittens keine weitergegeben werden.

Die Materialbereitstellung erfolgt nach dem Chirurg-Krankenschwester-Prinzip. Also stets bestmöglich unterstützt. Aber mal ehrlich: Hätten sie etwas anderes von uns erwartet?