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      <p>Im Gegensatz zur Automobilindustrie verursacht auf dem Bau nicht hauptsächlich die Überproduktion weitere Arten von Verschwendung, sondern die Terminabweichung. Sie zieht alle anderen Verschwendungsarten nach sich: Der Zeitdruck wächst, die Qualität leidet. Um den Bau noch termingerecht fertig stellen zu können, muss zu einem späten Zeitpunkt sehr viel Energie und Manpower aufgewendet werden. Das kostet viel Geld. </p>
      <p>Lean Construction fordert deshalb analog der Automobilproduktion ein funktionierendes Prozessmanagement anstelle des üblichen Projektmanagements. Die Prozessgestaltung richtet sich streng nach den „5 R“ der Just-in-time-Fertigung. Verlangt wird das richtige Teil zur richtigen Zeit in der richtigen Menge und der richtigen Qualität am richtigen Ort. Für die dafür notwendige Prozessbeherrschung werden Standardaktivitäten und Kapazitätseinsätze definiert mit dem Ziel, den Energieaufwand konsequent nach vorne zu verlagern. Eine große Herausforderung ist dabei die Terminkontrolle, die über die Taktplanung und -steuerung organisiert wird. Bisher werden die Baustellen mit groben Terminplänen gesteuert. Die kleinzyklische Kontrolle, ob die betreffenden Gewerke zum vereinbarten Zeitpunkt fertig werden, ist kaum gegeben. In Anlehnung an die Automobilproduktion wird die Fertigstellung von Gebäuden deshalb in kleine Häppchen geteilt, die Taktzeit erheblich verkürzt – im Idealfall auf einen Ein-Tages-Takt. So wird der Baufortschritt in überschaubaren Abständen überprüft. Zusätzlich ist eine regelmäßige Qualitätskontrolle garantiert. </p>
      <p>Optimierungen initiiert man am Ort der Wertschöpfung. Für die Baubranche ist dies die Baustelle. Folgerichtig ist die Taktplanung und -steuerung der zentrale Punkt von Lean Construction. Sie bestimmt die Logistikprozesse auf der Baustelle, das Planungs- und Auftraggebermanagement sowie den Umgang mit den Nachunternehmern und Lieferanten. Gerade diese müssen – ähnlich dem Lieferantenmanagement in der Automobilindustrie – integriert, geschult und bewertet werden.</p>
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